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Freundschaft...

INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN

2003

Bethel

Bethel unterzeichnet Partnerschaftsvertrag in Minsk

Was für ein Erlebnis: Weißrussland! Ein Land, das für die meisten Westeuropaer noch immer fern aller Vorstellbarkeit liegt. Genau dorthin, in die weißrussische Hauptstadt Minsk, begab sich vor kurzem eine Gruppe von 15 Beschäaftigten aus Bethel sowie fünf Begleitern. Anlass: die Einweihung einer Werkstatt für behinderte Menschen sowie die feierliche Unterzeichnung eines Partner-schaftsvertrages.

Seit 1992 hilft Bethel der Weißrussisch-Orthodoxen Kirchengemeinde "Zur Ikone der Gottesmutter aller Betrubten Freude" in Minsk beim Aufbau eines kirchlich-sozialen Zentrums. Die Werkstatt, die dort jetzt eingeweiht wurde, ist die erste im Land überhaupt. Und wenn man schon mal feiert, dann soll es sich auch richtig lohnen: Am selben Tag unterzeichneten im Gemeindezentrum die führenden Vertreter der Weißrussisch-Orthodoxen Kirche und der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel einen Partnerschaftsvertrag, der die Zusammenarbeit und Finanzierung für die nachsten zwei Jahre sichert. Der Vertrag sieht einen Austausch auf ideeller Ebene (Rat und Tat) vor allem mit dem Betheler Stiftungsbereich "pro -Werk - Arbeit und Berufliche Rehabilitation" vor, mit Schulungen und gegenseitigen Besuchen. Außerdem übernimmt Bethel für die nachsten zwei Jahre die Kosten von jährlich 15 500 Euro für die neun Ausbilder der Werkstatt. Die Verwendung des Geldes wird von Bethel überprüft. ProWerk-Geschaftsführer Günter Bornmann, einer der Hauptverantwortlichen der Reise: "Wir erwarten, dass die Werkstatt durch Produktionsertrage im Laufe der Zeit von finanzieller Unterstützung unabhangig wird oder dass sie zumindest einen deutlichen eigenen Beitrag leisten kann." Vor allem die Bereiche, die für das kirchliche Leben produzieren, boten gute Ertragschancen.

Mehr als 23 Stunden im Zug von Bielefeld nach Minsk- die Anreise ist nicht "von Pappe". Aber die Mühe lohnt sich: Zehn Tage lang steht die Begegnung mit einem fremden Land auf dem Programm, mit einer anderen Sprache und Kultur. Viele, viele Erlebnisse und vor allem: jede Menge Kontakte mit den Menschen in Minsk.
Besonders diese Kontakte sind es, die die Reise nach Minsk so wichtig machen. Das gegenseitige Kennenlernen bei gemeinsamem Arbeiten und Feiern füllt die Partnerschaft zwischen Bethel und der Kirchengemeinde in Minsk mit Leben. "Es waren sehr beruhrende Erfahrungen", sagt Günter Bornmann. "Alle Mitglieder der Reisegruppe fühlten sich im Herzen getroffen."

Ortstermin: Freitag, Werkstatt für behinderte Menschen, Minsk. Dutzende von Prominenten, Vertreter von Stadt, Staat und Kirche sind der Einladung zur Einweihung der neuen Werkstatt gefolgt, aber auch ganz "normale" Gemeinde-Mitglieder. Metropolit Filaret ist gekommen, das Oberhaupt der Weißrussisch-Orthodoxen Kirche, der Deutsche Botschafter mit Gattin. Auch Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Friedrich Schophaus ist eigens für diesen Termin angereist. Die große Menschenmenge füllt das Kellergeschoss im Gemeindezentrum, in dem die Werkstatten untergebracht sind. Bislang wurde das Thema "Menschen mit Behinderung" in Weißrussland von offizieller Seite schlicht-weg geleugnet. Jetzt erfahrt es durch den Festakt erstmals größere Aufmerksamkeit. Weißrussische Zeitungen und Rundfunksender sind dabei; sogar ein Fernsehteam taucht kurz auf.
Die Beschaftigten, die hier arbeiten, zeigen stolz und wenig aufgeregt ihre neuen Arbeitsplatze. Sie demonstrieren, wie man Kerzen zieht und Dochte schneidet, wie aus Stoffen prächtige liturgische Gewänder für Priester und Diakone geschneidert werden. Einige Bereiche sind noch im Aufbau, die Holz- und Metallwerkstatt etwa und die Druckerei und Buchbinderei. Aber man erkennt, wie es einmal aussehen soll: geräumig, hell. Und professionell gestaltet. Dafür hat Bethel gesorgt.
Mit hohem Engagement begleiten die v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel den Aufbau des kirchlich-sozialen Gemeindezentrums in Minsk. Stand am Anfang der enge Kontakt zwischen Gemeindepriester Igor Korostelev, der 1991 in Bethel Rat und Unterstützung für diakonische Pionier-Arbeit in Weißrussland suchte, und dem damaligen Vorsitzenden der Teilanstalt Bethel, Pastor Herbert Wohlhüter, so ließen sich im Laufe der Jahre immer mehr Mitarbeiter dafür begeistern. Menschen wie Friedrich Bernhardt, Abteilungsleiter der Werkstatt "Kracks", der bereits mehrere Male in Minsk war und seine russischen Sprachkenntnisse und fachliches Können einbringt. "So etwas läuft nicht einfach mit der normalen Arbeit nebenher", sagt Günter Bornmann aus eigener Erfahrung. Er hat die Verantwortung für die Minsk-Arbeit von Ruhestandler Herbert Wohlhüter mittlerweile übernommen. "Das erfordert echte Liebe zur Sache und hohes personliches Engagement." Mit Rat und Tat, Schulungen und Hospitationen, mit Sachspenden und natürlich auch mit Finanzhilfen konnte so in Minsk die Werkstatt inklusive vorgeschaltetem zweijährigen Berufsbildungsbereich entstehen. 130 Beschäftigte sollen hier einmal arbeiten; 60 sind es bereits jetzt.
Festakt am Freitagnachmittag. Der große Gemeinde-Saal ist "proppevoll". Vater Igor unterzeichnet den Partnerschaftsvertrag mit Günter Bornmann. Dann Metropolit Filaret mit Pastor Schophaus. Die 20 Leute aus Bethel singen "Der Himmel geht über allen auf". Pastor Schophaus nennt sie "die Botschafter Bethels". Der Deutsche Botschafter, Dr. Helmut Frick, nickt zustimmend, und eine weißrussische Mutter weint vor Ruhrung und Dankbarkeit: "Sie haben meinem Kind eine Chance für die Zukunft gegeben."

- Gerd-Matthias Höffchen -
DER RING September 2003

Partnerschaft mit der Werkstatt für behinderte Menschen in Minsk

Gemeindezentrum und Werkstatt in Minsk

Seit der Gründung der russischorthodoxen Kirchengemeinde "Aller Betrübten Freude" in Minsk im Jahr 1992 besteht eine Partnerschaft mit Bethel. Beim Bau eines Gemeindezentrums mit einer integrierten Werkstatt für behinderte Menschen war Bethel durch die Vermittlung und Abwicklung von Investitionszuschussen behilflich. Lieferungen von Hilfsgutern und Medikamenten, Ferienmäßnahmen für Kinder und Jugendliche in Bethel, Hospitationen in proWerk und in Minsk, in Pflegeheimen und Sozialstationen werden seitdem organisiert und durchgeführt.

Der erste Kontakt zu Bethel kam 1991 in Minsk zu Stande durch ein Zusammentreffen von Pater Igor Korostelev (Leiter der Gemeinde) mit Pastor Herbert Wohlhüter (Leiter Teilanstalt Bethel a.D.), dem bereits 1992 ein Besuch von Pater Igor in Bethel folgte. Seitdem existiert ein regelmaßiger Kontakt. So besuchte Anfang Mai 2003 Pater Igor Korostelev, gemeinsam mit seiner Frau Galina Korostelev Bethel, um mit Pastor Friedrich Schophaus und Günter Bornmann uber die zukunftige Gestaltung der Partnerschaft Bethel/Minsk zu beraten.

Plannung, Bau und Inbetriebnahme einer Werkstatt für behinderte Menschen

Als Folge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl kam es zu dem Projekt einer Werkstatt für 120 behinderte Kinder und Jugendliche im Rahmen der Deutschen UNESCO-Kommission-RTL Spendenaktion. Hier trat Bethel als Kooperationspartner ein und leistete intensive Unterstützung bei Konzipierung, Planung, Finanzierung und Baudurchführung. Weitere Geld- und Sachspenden konnten vermittelt werden. Nach Abschluss der 4-jährigen Bauzeit werden etwa 60 Menschen in der Werkstatt betreut. In der Planungs- und Bauphase leisteten die Gemeinschafts-Werkstütten Bethel, vertreten durch Jorg Plehn und Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Abteilungen (Conny Krüger-Schutte, Garsten Becker, Eckhard Spiwoks, Anne Beisenkotter u.v.m.) rege Unterstützung. Inzwischen arbeitet der Textil-bereich, die Kerzenabteilung und die Buchbinderei. Im Aufbau befindet sich die Druckerei, Druckweiterverarbeitung, Holzabteilung und Metallabteilung.

Sozialpolitische Rahmenbedingungen in Weissrussland

Neben der langjährigen Partnerschaft zur Gemeinde wurden durch Initiative von Pastor Herbert Wohlhüter und in Kooperation mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB), Sitz in Dortmund und Minsk, mehrere Konferenzen in Weissrussland koordiniert und Kontakte zu staatlichen, kirchlichen und privaten Organisationen aufgebaut. Die Vernetzung der Behindertenorganisationen und die Sozialgesetzgebung in Weißrussland wurden durch diese Konferenzen, durch Kontakte zu den Ministerien und durch Besuche von Vertreter/innen von Ministerien, staatlichen Institutionen und Organisationen in Deutschland und speziell in Bethel wesentlich beeinflüsst. Trotz dieser Entwicklungen ist wegen der sehr angespannten wirtschaftlichen Lage in Weißrußland eine staatliche oder kommunale Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen leider nicht absehbar.

Aufbau eines Berufsbildungsbereichs im 2. Halbjahr 2002

Aus Mitteln des Forderprogramms Belarus der Bundesregierung Deutschland wurde im 2. Halbjahr 2002 mit wesentlicher Unterstützung von proWerk ein Berufsbildungsbereich mit 24 Plätzen aus dem Boden gestampft. Die Hospitation von sechs Mitarbeiter/innen aus Minsk für eine Woche in proWerk und die Durchführung eines Seminars in Minsk durch Friedrich Bernhardt und Michael Banke machten das möglich und festigten gleichzeitig die Partnerschaft zwischen proWerk und der Werkstatt in Minsk. Zwölf Plätze sind seit Anfang. 2003 belegt. Im Rahmen des Projektes wurde Pionierarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung von Bildungsplanen für behinderte Jugendliche in Weissrussland geleistet.
Das Projekt fand seinen Abschluss mit einer internationalen Konferenz zur sozialrechtlichen Absicherung der Beruflichen und Sozialen Rehabilitation am 5./6. Dezember in Minsk.

Feierliche Einweihung der Werkstatt und Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags

Am 6. Juni 2003 fand die feierliche Einweihung der Werkstatt in Minsk unter Beisein des Deutschen Botschafters in Weißrussland und des Metropoliten der Russisch-Ortodoxen Kirche Weißrußlands statt. Der offiziellen Delegation aus Bethel unter der Leitung von Pastor Friedrich Schophaus gehörten neben Pastor Herbert Wohlhüter und Geschäftsführer Günter Bornmann auch eine Gruppe von Beschäftigten und Mitarbeitenden aus proWerk an.
Pastor Herbert Wohlhüter konnte miterleben, wie mit diesen Feierlichkeiten das wichtige Kapitel von Planung, Bau und Inbetriebnahme der Werkstatt beendet wurde. Mit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags, welcher der Werkstatt in Minsk eine fachliche Begleitung auf dem Weg zu einem regulären Betrieb zusichert, wurde ein neues Kapitel der Zusammenarbeit zwischen Bethel und Minsk unter der Federführung von proWerk aufgeschlagen. Bethel hat sich darüber hinaus verpflichtet, die Werkstatt zur Sicherung des Betriebs für die Dauer von zwei Jahren aus Spendenmitteln finanziell zu unterstützen.

Bildungsfahrt von 15 Beschäftigten nach Minsk

Durch die Bildungsfahrt konnten die Partnerschaft weiter gefestigt und menschliche Kontakte geknüpft werden. Auch die Beratung der im Aufbau befindlichen Werkstattabteilungen in Minsk durch proWerk-Fachkräfte war ein wesentlicher Bestandteil dieser Bildungsfahrt.
Teilgenommen haben J. Ehlers, U. Jordan, l. Schellenberg, H. Schonstett, S. Schulz u. A.Andreew, R. Christel, B.Fassauer, J. Fischer, P. Krisch, P. Lawson, V. Meier, M. Ley und T. Richter mit seinem Vater J.H. Richter.
Als Begleiter und Fachkräfte reisten F. Bernhard, G. Bornmann, A. Marske und H. Spieker gen. Dohmann mit nach Minsk.

Günter Bornmann

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